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#madebyUS

Der Moltroff:

Zum Thema #madebytwitter einen nachdenklich stimmenden Blogpost meiner Bloggerkollegin Meg

Ursprünglich veröffentlicht auf Meg:

Es gibt einige Fakten, die ich im Laufe meines Lebens über Toleranz gelernt habe. Unter anderem, dass der Mensch grundsätzlich durchaus tolerant und neugierig ist. Bis zu dem Moment, indem er mit dem einen, bestimmten Thema konfrontiert wird, welches ihn an Gabelung des Toleranz-Weges bringt. Der Fußball-Trainer meines Bruders war stets sehr “tolerant” im Hinblick auf Homosexuelle in der Bundesliga, bis sich einer seiner Spieler outete. Das Ergebnis war, dass dieser junge Mann solange auf dem Feld noch mit “Scheinaufgaben” beschäftigt wurde, bis alle anderen geduscht haben.

Mit 13 Jahren kam ich auf eine deutsche Realschule. Nachdem sich meine Mitschüler davon überzeugt haben, dass auch ich zu der Spezies “Mensch” gehöre und aufrecht laufen kann, akzeptierten und tolerierten sie mich. Das dauerte exakt so lange, bis ich in Deutsch meine erste “1” schrieb und mein Lehrer der Klasse einen Vortrag über faule Deutsche und fleißige Ausländer hielt. Ihr könnt mir…

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Ruined my day, again

Der Moltroff:

#Neues zu #madebytwitter von meiner Bloggerkollegin ndblckmlk. Prädikat: Lesenswert!

Ursprünglich veröffentlicht auf ndblckmlk:

Shitstorms sind ein alter Hut, darüber wurde schon alles gesagt.
Ein anderes Phänomen des digitalen Lebens sind Menschen, die sich einfach über alles aufregen. Deren Motto lautet:

“Ich weiß nicht worum es geht, aber ich bin dagegen!”

Nun gibt es diese Spezies schon immer, offline sehr gerne an Stammtischen oder in anderen geselligen Kleingruppen, wo man sich austauscht, ins Reden kommt und sich die Gemüter erhitzen.
Im WWW ist diese Sache noch verlockender, kann man dort doch seinen aufgestauten Frust praktischerweise unter dem Deckmantel der Anonymität loswerden. Nicht selten werden hier Meinungen kundgetan, mit denen man in face-to-face-Gesprächen tunlichst hinterm Berg halten würde. Und dazu bedarf es keiner späten Stunde oder alkoholischer Getränke. Ranter sind einfach feige und eine Auswirkung der digitalen Gesellschaft, mit der wir leben müssen.

Vor einigen Tagen hat sich eine kleine Gruppe gebildet, in deren Zentrum der aktive Twitterer @Moltroff steht. Man will unter dem Titel…

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Gedankenhehlerei – #madebytwitter zwischen Urheberrecht und Schöpfungshöhe

Das Thema Gedankenhehlerei in Form des kommerziellen Tweetklaus ist weiterhin unter dem Hashtag #madebytwitter in den Twittertrends.

Und auch von mir gibt es bereits zwei Blogposts hierzu. Hier nun mein Versuch etwas Licht in die juristischen Fallstricke des Urheberrechts zu bringen, und zwar möglichst ganz ohne moralinsaure Betroffenenbrille. Aber vorab eine Warnung. Sie brauchen etwas Durchhaltevermögen. Läuft?

Fangen wir ganz vorn an, im Paradies ähm nein bei Twitter:

Die Twitter-AGB finden sich hier: https://twitter.com/tos und dort wird man unter Punkt 5 “Ihre Rechte” schnell fündig:

Dort lautet der erste Satz: “Sie behalten die Rechte an allen Inhalten, die Sie über die Dienste übermitteln, veröffentlichen oder anzeigen”. Das heißt im Klartext: Wer einen eigenen Gedanken (Tweet) oder ein selbstgeschossenes Foto über Twitter veröffentlicht, hat weiterhin alle Rechte daran. Man erteilt Twitter lediglich eine Nutzungs-Lizenz.

Wir lesen dort weiter: “Sie bestätigen, dass Twitter mit dieser Lizenz das Recht hat, die Dienste bereitzustellen, zu fördern und zu verbessern und die über die Dienste übermittelten Inhalte gemäß unseren Nutzungsbedingungen anderen Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen zur Verfügung zu stellen, die mit Twitter zwecks Syndizierung, Übertragung, Verbreitung oder Veröffentlichung dieser Inhalte in anderen Medien und Diensten im Rahmen einer Partnerschaft zusammenarbeiten.”

Twitter fordert also von seinen Usern das Recht ein, unsere Tweets innerhalb bestimmter Regeln auf Partnerseiten zu veröffentlichen, ohne dass der Twitteruser hierfür Geld fordern darf. Diese Regeln werden durch das Urheberrecht definiert, erfordern also eine Quellenangabe, die laut Wikipedia nach § 63 UrhG deutlich, mit der genauen Angabe der Fundstelle anzugeben ist. Urheberrechtskonform ist demnach zum Beispiel das embedden von Tweets, was Facebook sogar automatisch macht, wenn man einen Tweet verlinkt.

Wird aber ein Tweet außerhalb von Twitter genutzt oder veröffentlicht dann dürfte es sich -bei ausreichender Schöpfungshöhe um eine Urheberrechtsverletzung handeln, die zur Abmahnung führen kann.

Ok, was sagt uns das Urheberrecht denn konkret?

Das Urheberrecht kennt den Begriff der Schöpfungshöhe und den Werkbegriff – um die Wikipedia zu zitieren:

Ein Werk im Sinne des § 2 Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) muss eine konkrete, „wahrnehmbare Formgestaltung“ aufweisen, sich also von einer allgemeinen Idee und von anderen Werken unterscheiden. Und es muss sich nach § 2 Abs. 2 UrhG um eine „persönliche geistige Schöpfung“ handeln… es verlangt zudem eine dem Schöpfer zuzurechnende Individualität des Werkes.

Allerdings ist bisher die Frage nicht geklärt, ob ein Tweet als Aphorismus an sich immer die notwendige Schöpfungshöhe aufweist. Man kann sich eher nicht darüber streiten ob die Aussage, man habe gerade ein Mettbrötchen oder Einhörnchen gegessen wirklich schützenswert ist.

Rechtskonform im Sinne der Twitter-AGB und des Urheberrechts wäre demnach:

Herr Alex J. Bitschnau (der Geschäftsführer der Made My Day GmbH) müsste den Nachweis eines Vertrags zwischen Twitter und der Made My Day GmbH führen können, der diese Lizenzierungs-Partnerschaft bestätigt. Und er müsste darüber hinaus belegen, dass er die Fundstelle eines jeden Tweets auf den Facebook- und Printseiten inkl. Nennung der Autoren abgebildet hat.

Zweiteres erfolgt de facto nicht, ich gehe fest davon aus, dass ihm ersteres de jure ebenfalls nicht gelingen wird.

Anmerkung am Rande: Schon das Impressum der Made My Day GmbH wäre abmahnfähig, da es ganz offenbar gegen §5 des Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstößt: Der Einzelunternehmer, Herr Bitschnau bezeichnet sich dort als CEO (Chief Executive Officer). Abgesehen davon, dass die Bezeichnung CEO im deutschen und österreichischen Handels- und Gesellschaftsrecht keine rechtswirksame Bedeutung hat, könnten lt. Urteil des OLG München in einem ähnlich gelagertem Fall neben Fehlvorstellungen zur Unternehmensgröße falsche Schlussfolgerungen insbesondere im Hinblick auf den Vertragspartner des Kunden denkbar sein, da der Verkehr zu der falschen Annahme verleitet werden kann, der “Geschäftsführer” handele nicht im eigenen Namen, sondern als Vertreter einer juristischen Person (z.B. wie hier einer GmbH). (vgl. OLG München, Urteil vom 14.11.2013, Az. 6 U 1888/13).

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Aber tauchen wir weiter ein in die Niederungen der Juristerei:

Tweets sind bekanntlich nur maximal 140 Zeichen lang, so dass von Gedankenhehlern gerne argumentiert wird, das reiche nicht, um urheberrechtlichen Schutz zu genießen – die sogenannte Schöpfungshöhe wäre nicht ausreichend.

Unstrittig unter Juristen ist, dass ganz banale Sätze, Worte, Gedanken die Schwelle der Schutzfähigkeit nicht erreichen. Aber sie sprechen hier von der so genannten „kleinen Münze“, was bedeuten soll, dass der Grad der erforderlichen eigenen geistigen Schöpfung grundsätzlich niedrig anzusetzen ist, um ein hohes Schutzniveau für die Urheber zu gewährleisten.

Bereits im Jahr 2011 hat das Landgericht München I hierzu in einem Urteil zur urheberrechtlichen Schutzfähigkeit von Wortakrobatik festgestellt, “im Bereich der Sprachwerke gelten grundsätzlich geringe Anforderungen an die hinreichende Individualität…” ( LG München I · End-Urteil vom 8. September 2011 · Az. 7 O 8226/11). Das Gericht verfügte, dass das Zitat “Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut” von Karl Valentin ein urheberrechtlich geschütztes Sprachwerk i.S.d. § 2 UrhG sei und verurteilte die Beklagte es zu unterlassen den Text des Künstlers ohne Zustimmung der Klägerin der Öffentlichkeit, insbesondere durch das Internet zugänglich zu machen und/oder diese Handlung durch Dritte vornehmen zu lassen.

Und darin steckt das Dilemma von Made My Day: Bitschnau kopiert weit überwiegend Tweets, die originell sind (wenn auch nicht von mir;) – weil sie (unerwartete) Pointen enthalten. Es sind also eben gerade KEINE Alltags-Aussprüche. Unterstellen wir also -dem LG München folgend-, dass die kopierten und online sowie in Buchform verwerteten Tweets sehr wohl eine “hinreichende Individualität” genießen.

Der renommierte Karlsruher Fachanwalt für IT-Recht, Timo Schutt, kommt auf seiner Homepage zu einer ähnlichen Einschätzung und warnt ausdrücklich vor einer Veröffentlichung von Tweets durch Dritte außerhalb von Twitter ohne Zustimmung des Autors.

madebytwitter

Mein Fazit:

Der Diebstahl von geistigem Eigentum wie Twitter-Aphorismen ist kein Kavaliersdelikt. Dennoch ist die Frage wann ein Tweet urheberrechtlich geschützt ist und wann nicht in Deutschland bisher rechtlich nicht abschließend juristisch geklärtSolange nicht eine gerichtliche Auseinandersetzung mit kommerziellen Gedankenhehlern a la Made My Day durch einen unmittelbar Betroffenen angestrengt wurde, um ein Präzedenzurteil zu erreichen, werden die Gedankendiebe weiter Geld verdienen. Mit fremdem Eigentum.

In diesem Sinne ein schönes Restwochenende,

Ihr Moltroff

Auch zum Thema:

Gedankenhehlerei – 7 Dinge die Sie gegen kommerziellen Tweetklau tun können

Gedankenhehlerei 2.0 – #madebytwitter

Gedankenhehlerei – 7 Dinge die Sie gegen kommerziellen Tweetklau tun können

Das Thema Gedankenhehlerei und kommerzieller Tweetklau beschäftigt weiterhin unter dem Hashtag #madebytwitter die Twittergemeinde, nachdem sich die Gedankendiebe von “Made My Day” in besonders dreister Weise um die Thematik ‘verdient’ gemacht haben. Lesen Sie hierzu diverse Blogposts, die ich unten noch einmal aufgeführt habe.

Was haben meine mitstreitenden Twitterfellows und ich darüber hinaus angestoßen und was konnten wir hierzu bisher erreichen:

  • Die negativen Reszensionen zum Buch auf Amazon nehmen weiter zu. Mittlerweile scheint sich aber auch die Gegenseite mit “Positivbewertungen” zur Wehr zu setzen.
  • Amazon hat die Prüfung der von uns dargelegten Urheberrechtsverletzungen zugesagt. Fraglich bleibt, mit welchem Engagement der Onlinehändler als Nutznießer der Verkaufsumsätze dies verfolgt.
  • Facebook wurden die gravierenden Urheberrechtsverletzungen der Seite Mademyday über deren internen Prozess (siehe unten) gemeldet.
  • Der mögliche Begünstigte der Charity-Aktion, die Organisation Ärzte der Welt ist ebenfalls informiert und hat bereits den Riva-Verlag um eine Stellungnahme gebeten.
  • Die Online-Redaktion des Nachrichtenmagazin Der Spiegel ist ebenfalls informiert.
  • Es hat sich bei mir ein “Insider” per Mail gemeldet, der seine Mithilfe angeboten und Zahlen genannt hat (s.u.). Derzeit versuche ich zu verifizieren, ob dieser kein Trojanisches Pferd ist :-)

Definitiv: Das ist alles noch viel zu wenig um von Erfolgen zu sprechen. Aber wie sagte schon der gute Seneca:  “Nicht weil es so schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es so schwer.”

Was aber können sie tun um unsere Bemühungen zu unterstützen:

 1. Sammeln sie Belege

Sammeln Sie auf den einschlägigen Sprüche-Seiten wie Facebook etc. Sprüche resp. Tweets, die mit einem früheren Datum auf Twitter gepostet worden und stellen sie diese hier in den Kommentaren online. Wir werden die Belege ggf. für weitere Schritte gegen die Tweet-Hehler nutzen, sowie die Tweets auf von uns neu eingerichteten Twitteraccounts veröffentlichen. Achten Sie dabei darauf, keine 0-8-15-Standardsprüche, sondern möglichst originelle Schöpfungen, die eindeutig einem Twitterautor zuzuordnen sind, als Belege des Diebstahls zu melden.

2. Informieren sie Seitenbetreiber, Onlineverkaufsplattformen und Verlage

Informieren sie Seitenbetreiber (Facebook etc.), Buchhändler und Verlage über die Urheberrechtsverletzung. Hierzu steht i.d.R. entweder eine “Melden”- Funktion oder der “Kontakt”- Weg per Mail zur Verfügung.
Weisen sie die Verantwortlichen auf die Rechtsprechung hin. Amazon bietet z.B. die Möglichkeit der “Mitteilung an Amazon.de über eine Rechtsverletzung”. Auch Facebook hat zumindest auf dem digitalen Papier einen Prozess etabliert, um Uhrheberrechtsverletzungen zu melden.

3. Nutzen sie die Kunden-Rezension

Wer online ein Buch käuft, schaut oftmals auch in die Kundenrezensionen. Legen Sie dort dar, warum das Buch gegen Urheberrechte verstößt. Bleiben sie dabei sachlich; Viele Onlinehändler nutzen Filtersoftware, die Rezensionen mit einschlägigen Beleidigungen und Verunglimpfungen vor Veröffentlichung aussortiert. Im Falle von #mademyday konnte das Buch so vorübergehend aus der Amazon-Verkaufhitliste gedrängt werden.

4. Stormen sie in sozialen Netzen

Die Gedankenhehler sind ständig auf Twitter & Co unterwegs auf der Suche nach “Frischware” für ihre Sprücheseiten. Nichts stört sie dabei so sehr, wie massive negative “Berichterstattung” über ihr Tun z.B. mittels Verwendung einheitlicher Hashtags und Nennung der Verantwortlichen.

5. Gehen sie an die mediale Öffentlichkeit

Spiegel, SPON, Lobo, TAZ, SZ, und weitere Medien sehen und nutzen Twitter durchaus als ernstzunehmendes Medium des Microblogging. Informieren sie diese Medien über die aufgedeckten Urheberrechtsverletzungen sowie den kommerziellen Mißbrauch. Die Berichterstattung aus 2012 über die dubiosen Machenschaften und das erste Twitter-Buch des Riva-Verlags beschränkten sich nicht auf die sozialen Netze, sondern wurden von Tageszeitungen und anderen Print(medien) aufgegriffen, siehe auch Blogpost.

6. Stupsen sie die Twitterautoren an

Nur gemeinsam sind wir stark und können möglicherweise etwas gegen die Gedankenhehler ausrichten; Die weitaus meisten betroffenen Accounts verharren auf Twitter in träger Stille. Über die Motive kann ich nur spekulieren, vermutlich ist hierfür ein bedauerliches Gemisch aus Resignation, Fatalismus, Ignoranz oder auch Desinteresse verantwortlich. Deshalb; Sprechen sie die Betroffenen an. Fragen Sie die tollen Autoren, warum Sie sich nicht an Gegenaktivitäten beteiligen. Und faven Sie bitte keine kontraproduktive Tweets, die jegliches Engagement als “sinnlose Aktion” oder “Bringt eh nix!” abtun.

7. Erwägen sie juristische Schritte

Fassen wir nochmals zusammen: Die Gedankenhehler versuchen also in verschiedener Form Geld mit der geistigen Arbeit anderer Leute zu verdienen. Dies geschieht bereits mit der Veröffentlichung der Tweets auf Facebook und anderen einschlägigen Seiten wie 1jux.net  indem sie z.B. durch Werbebanner auf diesen Seiten hohe Einnahmen erzielen. Mir liegen -noch nicht verifizierte Insiderinformationen- vor, die ernsthaft von sechstelligen Werbeeinahmen im Monat (!) sprechen. Hierzu mehr, wenn ich Belege gesehen habe.

Die juristische Bewertung des Tatbestands der Urheberrechtsverletzung ist – spätestens mit einer kommerziellen Bereicherungsabsicht- nach Auffassung der Juristen hinreichend belegt. Ich versuche hierzu in den nächsten Tagen noch einige Fakten zusammen zu tragen. Meines Wissens hat bis dato aber noch kein Twitterer versucht den juristischen Weg zu bestreiten. Einen vorzeigbaren Präzedenzfall gibt es also -noch- nicht. Er kann m.E. auch nur die letzte Möglichkeit bleiben. Ich hoffe dennoch darauf, dass sich ein massiv Betroffener dazu im aktuellen Fall oder später dazu entschließt.

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Bilden sie sich also ihre Meinung zur Thematik und unterstützen sie die aktuellen Aktionen rund um das Mademyday-Buch. Auf Twitter finden Sie alle Informationen hierzu unter den Hashtags #madebytwitter.

Zum Schluss noch zwei Sätze in eigener Sache:

Schnell wurde mir auf Twitter vorgeworfen, den Storm nur aus niederen Beweggründen, Wichtigtuerei, Followeraquise und was weiß ich noch alles mehr loszutreten. Fakt ist, dass meine Tweets selbst nur marginal auf der Facebookseite von mademyday vertreten sind, so vermutlich auch im angefeindeten Buch. Follower sind in den letzten Tagen in gleichen Zahlen davon gelaufen und neu hinzugekommen. As usual.

Aber wie gesagt; Bilden sie sich ihre Meinung. Auch dazu.

In diesem Sinne,

Ihr Moltroff

Lesen Sie zum Thema auch weitere Blogposts:

Tweetklau: Dreiste Methoden von DeutschTweetor

Buch von ickemich

‘Ruined my day’ von ndblckmlk

Klauen… umbauen.. verkaufen. Hehlerei? von czyslansky

Wenn Sie weitere kennen, bitte Info an mich.

Gedankenhehlerei 2.0 – #madebytwitter

Ich hoffte, nie mehr einen Blogpost zum Thema “kommerzieller Tweetklau” schreiben zu müssen; Naiv. Sicherlich.

Nun ist es also doch passiert, nachdem sich aktuell die Gedankendiebe von “Made My Day” in besonders dreister Weise um die Thematik ‘verdient’ gemacht haben.

Das von der Made my Day GmbH Anfang Dezember veröffentlichte Buch mit dem Titel “Ich brauche einen neuen Wecker. Meiner klingelt immer, während ich schlafe: Sprüche, die dir den Tag retten” enthält auf 144 Seiten im Wesentlichen von diversen Autoren auf Twitter veröffentlichte Tweets. Leider ohne deren Zustimmung oder Account-Nennung. Das nennt man im Juristendeutsch schlicht ‘Urheberrechtsverletzung’.

madebytwitter

Als ich vor 2 Tagen auf dieses Buch aufmerksam gemacht wurde, startete ich auf Twitter einen Aufruf mit dem Ziel das Buch zumindest auf Amazon zu “dis­kre­di­tie­ren” indem dem potentiellen Käufer über entsprechend negative Reszensionen die Hintergründe rund um den Verstoß gegen Urheberrechte deutlich zu machen. Heute stehen bereits 81 negativen gerade 4 positive Bewertungen gegenüber.

Meine Mitbloggerin ND beschreibt die weiteren Fakten in ihrem Blogpost bereits umfänglich. Lesen Sie bitte dort auch die Details zu der nebulösen Charity-Masche mit Ärzte der Welt.

Nur noch einige Worte zur Historie: Die dreiste Masche der Macher von mademyday und ähnlichen Facebookseiten wie 1juxnet fremde Tweets ohne Urheberrechtsangabe auf einer Facebookseite zu sammeln und später dann in einem Buch zu veröffentlichen ist nicht neu. Bereits 2012 gab es einen Versuch einer anderen Seite, aus einem Facebooksammelfundus in Buchform Profit zu ziehen. Lesen Sie hierzu meinen Blogpost aus 2012 oder aber die damalige Meldung im Börsenblatt.

Wie damals so finden auch aktuell die Gedanken-Diebe wieder einen schmierigen Vasallen und Hehler im Riva-Verlag, München. Dieser besitzt zudem die Dreistigkeit, das hier in Rede stehende Buch über einen “Alibiverlag” namens “Pearl Verlag” zu veröffentlichen. Dieser Verlag besitzt nicht einmal einen halbwegs professionellen Internetauftritt, man findet lediglich ein 3seitiges WordPress-Gewächs mit diesem Impressum, das uns zur Münchner Verlagsgruppe GmbH (Riva Verlag ist der führende Verlag dieser Gruppe) führt. Fürchtet der Riva-Verlag erneut ein Fiasko wie 2010, als das fertige Büchlein eingestampft werden musste?

Bilden Sie sich ihre Meinung. Auf Twitter finden Sie alle Informationen unter den Hashtags #madebytwitter und (bitte nicht mehr verwenden) #mademyday .

In diesem Sinne,

Ihr Moltroff

Von Maulwürfen, Moltroffen und anderen Erdwerfern

Immer wieder werde ich auf Twitter und hier gefragt, was denn eigentlich dieser Name “Moltroff” bedeutet. Nun könnte ich den Fragesteller auf “Suche mal bei Google” verweisen oder aber wie bisher jedem den Hintergrund erklären. Besser aber scheint mir, mal eben einen Blogpost hierzu online zu stellen, der dann schnell verlinkt ist.

Hier geht es also nicht darum, meine Beweggründe für ein Pseudonym aufzuzeigen, dies habe ich bereits hier nachlesbar ausführlich getan. Vielmehr möchte ich kurz schildern, woher das Wort stammt. Es ist ganz einfach: Der Maulwurf (lat.Talpidae) heisst im Plattdeutschen u.a. auch ‘Moltroff’. In Ihrer Region nicht? Nun ja, dass ist nicht weiter verwunderlich. Im “Wörterbuch deutscher Dialekte”, das im Bertelsmann-Verlag erschienen ist, und in dem 10 Dialekte nebeneinander gestellt und verglichen werden, wird gerade dieses pelzige Charaktertierchen – das für mich persönlich eine Art Maskottchen ist – als eins der vielen Stichwörter gebraucht, mit dem der Autor die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten der Dialekte darstellt;

Maulwurf heißt demzufolge

Ο  im Westniederdeutschen: Windwurm, Mullewurp, Fröte;
Ο  im Ostniederdeutschen: Mollwurm, Moll, Mollmaus;
Ο  im Sächsischen: Maulwurf, Motwurf, Motwolf, Moll;
Ο  im Thüringischen: Maulwurf, Moll, Motwurf;
Ο  im Hessischen: Moll, Moltroff, Maulwurf, Molbert;
Ο  im Rheinischen: Moll, Gür, Moltroff, Molthauf;
Ο  im Pfälzischen: Mauerwolf, Moltroff, Maulwurf;
Ο  im Schwäbisch-Alemannischen: Schermaus, Maulwerfer, Auwerder;
Ο  im Fränkischen: Maulwurf, Motwürfel, Wühler;
Ο  im Bairischen: Schermaus, Maulwerfer, Auwerder.

In diesem Sinne einen geruhsamen 1. Advent.

Und stolpern Sie mir im Nebel nicht über Maulwurfshügel.

Ihr Moltroff

Moltroff

“Rosetta”-Mission für’n Arsch?

“Hallo Bodenstation?! Wir sind gelandet, aber irgendetwas stimmt hier nicht, over!

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist die Landung eines Mini-Labors auf einem Kometen gelungen. Mehr als eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt setzte das kühlschrankgroße Landegerät “Philae” auf dem Himmelskörper “67P/Tschurjumow-Gerassimenko” auf. Doch was ist das? Im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt löste die Premiere im All großen Ernüchterung aus; Waren die Amis uns doch wieder zuvorgekommen. Und sind die ersten Proben organischer Moleküle wie Aminosäuren möglicherweise Abfallprodukte der örtlichen Burgerproduktion?

Es bleiben viele Fragen.

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Südtirol, Hawaii und die Zeit. Ein Urlaubs-Einwurf.

Heute ist Südtirol mein Hawaii.

Ein absurder Gedanke? Auf den ersten Blick ganz sicher.

Aber das hawaiianische Sprichwort “E ho’omanawa nui”, welches soviel bedeutet wie “Zeit fliesst von einer Begebenheit zur anderen” kam mir heute Morgen urplötzlich in den Sinn;

Es gibt eine Zeit zum Arbeiten, Zeit zum Spielen, Zeit zum Relaxen und eine Zeit zum Nachdenken. Eins geht ins andere über und wir Menschen sind wohl öfter, als wir’s zugeben wollen, nicht in der Lage, diese Begebenheiten zu kontrollieren.

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Alles dies geschieht in Balance und der geringste Anflug, dies kontrollieren zu wollen, feuert nach hinten los – so wie eben diese “Zwangspause”, die mir die Natur heute morgen auferlegte, als ich mit der Absicht unsere Frühstücksbrötchen einzukaufen plötzlich vor einem Zeithindernis in Form eines umgestürzten Baumes stand; Unser Urlaubsdomizil liegt wunderschön auf 850m NN zwischen Weinreben und Apfelplantagen im Berg. Das heißt, für Einkäufe müssen wir über ein enges Bergsträßchen ca. 300 Höhenmeter hinunter ins Dorf. Nun hatte es die Nacht gestürmt und infolge dessen waren mehrere kleinere Bäume & größere Äste auf die Straße gefallen – es gab kein Durchkommen. Und die nächste Wendemöglichkeit wurde kurze Zeit später durch den Milchlaster hinter mir verbaut.

Da stehe ich also, warte auf den Forstdienst, der vom Tal hoch kommend die Hindernisse beseitigen soll – und habe Zeit. Viel Zeit. Zeit zum Nachdenken über die Zeit, die mir der umgestürzte Baum geschenkt oder genommen hat.

Was soll ich sagen; als der erste Unmut verflogen war hab ich sie genossen. Die Zeit. Ging ja nicht anders.

In diesem Sinne,

Ihr Moltroff

Die Discounter-Barolo-Challenge: Ein Selbstversuch

Eine Flasche Barolo, der König der italienischen Weine kauft man nicht beim Discounter. Das war zumindest bis dato immer meine Meinung. Und daran, soviel sei vorweg genommen, sollte sich auch durch den selbstlosen Versuch, den ich gemeinsam mit zwei Freunden am gestrigen Abend startete nichts Prinzipielles ändern.

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Aber der Reihe nach.

Ich bin kein ausgesprochener Italienwein-Trinker. Das hat mehrere Gründe, ein maßgeblicher ist aber, dass gute italienische Weine -im Gegensatz zu ihren spanischen Brüdern- oftmals überteuert angeboten werden. Dies vor allem in Deutschland. Wenn ich mir einen guten Neb­biolo (das ist die Traube, aus der der Barolo aber auch sein “kleiner” Bruder, der Barbaresco gewon­nen wird) gönne, dann kaufe ich diesen in Italien z.B. von Cavallotto, der noch ein halbwegs akzeptables Preis-Leistungsverhältnis kennt.

Wie kann es also sein, dass die beiden Discounter Aldi Süd und Lidl einen Barolo zum Montepulciano-Preis anbieten können und vor allem wie schmeckt er?

Zur ersten Frage nach dem “wie geht das” habe ich mal ein wenig recherchiert. Man sollte dies m.E. wissen um die Weine und ihre Herkunft richtig einordnen zu können.

Nor­mal sind Baro­los nicht unter 30 Euro zu haben. Spitzen-Erzeuger wie Altare, Vietti, Cle­rico, Parusso und Pira kos­ten zwi­schen 55 und 75 Euro. Für gewöhn­li­che Wein­trin­ker nicht er­schwing­lich. Umso sen­sa­tio­nel­ler der Discounter-Preis. Für 8,99 Euro ermög­lichen beide Dis­coun­ter Neu­gie­ri­gen auch ohne dickes Porte­mon­naie den Zugang zu die­sem Wein, der in der gan­zen Welt einen Ruf wie Don­ner­hall besitzt.

Es liegt wohl daran, dass die Kel­ler im kleinen Anbaugebiet südwestlich der Trüffelstadt Alba im Piemont voll sind und in den letzten Jahren regelmäßig mehr Barolo abge­füllt wurde als im jeweiligen Vorjahr. Viele Win­zer haben Dolcetto-Reben raus­ge­ris­sen und Nebbiolo-Reben gepflanzt – und zwar in Lagen, die zweit- oder dritt­klas­sig sind. Sie spe­ku­lier­ten auf einen anhal­ten­den Barolo-Boom. Irr­tum: Die Welt­wirt­schaft kri­selt, die Nach­frage sinkt, das Ange­bot steigt. Zwei Zahlen verdeutlichen dies: Statt 6 Mil­lio­nen Fla­schen Barolo (wie bis 2004) wur­den 2010 bereits 11,5 Mil­lio­nen Fla­schen pro­du­ziert, wobei ca. 75 Pro­zent des Weins wird von den Win­zern selbst gefüllt und ver­mark­tet werden. Der Rest­ lan­det auf dem freien Markt.

Die Folge: Die Preise sank ins Boden­lose. Für ein Kilo Barolo-Trauben aus dritt­klas­si­gen Lagen zahl­ten die bei­den Genos­sen­schaf­ten Terre del Barolo und Terra da Vino (der Aldi-Süd-Lieferant) nur noch zwischen 1,60 Euro und 1,80 EUR. Leid­tra­gende sind, neben den Wein­bau­ern, die die Misere aus­ge­löst hat­ten, die Genos­sen­schaf­ten selbst.

Auf die­sen Moment hat­ten die Han­dels­kel­le­reien nur gewar­tet, etwa die Firma A. VI.P.S.p.a. mit Sitz in Coss­ano Belbo, die den Lidl-Barolo lie­fert: eine Indus­trie­kel­le­rei, bekannt dafür, dass sie süßen Asti abfüllt. Die günstigen Beschaffungspreise ließen Sie wohl auf den gewinnträchtigeren Barolo umstei­gen. Eine Über­schlags­rech­nung ver­deut­licht das: Wenn man 3 Euro pro Liter Barolo zugrunde legt, 30 Cents für Glas, Kor­ken, Eti­kett drauf­legt und 1,50 Euro für das Hand­ling, Logis­tik und Marge hin­zu­rech­net, dann könnte diese A.V.I die 0,75-Liter-Flasche für knapp 4 Euro netto anbie­ten – viel­leicht sogar für mehr. Die Rech­nung müsste also auf­ge­gan­gen sein. Auch für Lidl und den Zwi­schen­händ­ler muss am Ende ein hüb­sches Sümm­chen übrig geblie­ben sein, jeden­falls dann, wenn man von einem End­ver­kaufs­preis von 8,99 Euro ausgeht.

Und wie schmecken Sie nun?

Barolo bei Aldi-Süd

 

 

Abfüller: Genos­sen­schaft Terra da Vino

Abfüller: Genos­sen­schaft Terra da

Mein laienhafter Amateurgeschmack sagt:  “Tech­nisch” ohne Fehl und Tadel, beide schme­cken nach Neb­biolo auch wenn sie von Weinen a la Cavallotto Licht­jahre ent­fernt sind. Die Opu­lenz, die noble Frucht, das überrei­che Tan­nin – also das, was mir die Größe des Barolo aus­macht – haben beide nicht. Nun ist ein Barolo meines Erachtens kein “einfach zu trinkender” Wein. Viele die ihn zum ersten Mal trinken, empfinden ihn als rau, bitter, sauer, pelzig und noch einiges mehr, das man eigentlich gar nicht in den Mund nehmen möchte. Ein bisschen so kommt der Aldi-Barolo daher. Gut so.

Wobei uns drei durchweg der Aldi-Barrolo mehr mundete, immerhin hatte er einen Hauch von astringierender Wuchtigkeit und doch spürbar ein reifes, süßes Tannin mit einer angenehmen Säure.

Der Lidl-Barolo dagegen ist insgesamt ein Wein ohne große Struktur, spannungslos, eintönig, wenig Temperament. Unfiltriert zwar, ok das kommt mehr und mehr in Mode aber ein Knaller ist dieser Barolo nicht, er tut nicht weh, ist leicht trinkbar, hat aber kein Charisma. Daran ändert auch nichts, dass Lidl hinsichtlich “Qualitätsstandard” noch einen draufsetzt und sich der Dienste von Richard Bampfield, britischer Master of Wine annimmt. Von ihm ließ Lidl seine „exklusiven Weine“ (so die Werbung) nach dem Parkerschen 100-Punkte-Schema bewerten und veröffentlicht diese auch. Folgendes Schema gilt bei Bampfield/Lidl: 70-79 = Durchschnitt, genießbar, 80-84 = gut, solide gemachter Wein, 85-89 = sehr gut, mit besonderen Eigenschaften, 90-94 = außerordentlich, herausragender Charakter, 95-100 Klassiker, großartiger Wein. Der Barolo bekam eine 87. Warum auch immer.

Abfüller: Genos­sen­schaft A. VI.P. P.S Coss­ano Belbo

Abfüller: Genos­sen­schaft A. VI.P. P.S Coss­ano Belbo

Barolo bei Lidl

Barolo bei Lidl

Fazit: Wer schon immer mal einen Barolo probieren wollte, sollte die Finger weg lassen; Beide haben nicht die Finesse um als Testobjekt herzuhalten. Wer hingegen lediglich einen schmackhaften Neb­biolo sucht, ist beim Aldi-Barolo gut aufgehoben.

In diesem Sinne auf ihr Wohl,

ihr Moltroff

Galerie

Hannes Brahms© der Regenwurmrüde


Auf besonderen Wunsch meiner Followergemeinde auf Twitter anbei eine kleine Tweet-Kollektion aus dem Leben unseres Haustiers Hannes Brahms©. Alle Tweets sind mit Twitter verlinkt dürfen gerne noch gefavt werden.

Damit der Charity-Gedanke hierbei nicht zu kurz kommt, geht je Fav 0,10€ und je Retweet 0,37€ an die Tierschmutzorganisation Rettet den Regenwurm e.V., Moltroffingen.

 

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(wird fortgesetzt)

Am Rande:

Wie ärgerlich mittlerweile die dreiste Plagiererei von geistigem Eigentum nicht nur bei Twitter & Facebook und Co. sondern überall im Netz ist, zeigt nachstehendes Beispiel eines mir nicht bekannten Fragestellers auf das ich zufällig bei der Googlesuche gestoßen bin:

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