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Ego-Onanie. Oder warum der Narzisst 2.0 twittert

Soziale Netze zur positiven Selbstvermarktung.

Wer kennt heute noch Herrn Narkissos/Narziss, einen Jüngling der griechischen Mythologie? Mal ehrlich; Kein Mensch! Und dennoch teilen viele Netzaffine Grundzüge seines Charakters.

Junior Narziss betrachtete sich seinerzeit in der Wasseroberfläche am Strand von Rhodos (oder war es Kos?). Und war selbstverliebt in sich und das was er sah. Damals wie heute fühlen sich narzisstische Menschen wie er besonders, wollen übermäßige Bewunderung, und beanspruchen das Beste für sich;

Heute haben Sie hierfür als Spielplatz die sozialen Medien. Ansonsten: alles wie gehabt. Schlimmer noch: Unsere Spiegel liefern uns nicht, wie einst bei Narziss, klare Abbilder, sondern verzerren das Bild zusätzlich. Twitter und Facebook heißen die Spiegel heute. Computer und Handys sind die Fetische unserer Tage, bescheren uns Erektionen weit über die körperliche Potenz hinaus. Die Spiel- und Werkzeuge der Selbstdarsteller auf Twitter & Co sind dann Selbstverliebtheit, Selbstüberschätzung, arrogantes Auftreten.

Ohne Smartphone samt vollgeladenem Akku fühlen wir uns hilflos und nackt, manchmal auch kastriert. Und die neueste Version des iPhone oder Galaxy vermittelt uns neben dem Gefühl einer starken Identität auch das trügerische Gefühl grenzenloser Freiheit.

 

Narziss, Ölgemälde von Caravaggio

Ich “Gefällt mir” – Narziss, Ölgemälde von Caravaggio

Emoticons statt Empathie.

Aber uns Medienabhängigen fehlt es wie Narziss oftmals an emotionalem Austausch mit anderen, an Empathie. An Stelle des Gefühls tritt ein Dutzend undifferenzierter Emoticons :-) Das Herz wird zum kleiner 3.

Und auch wenn es oft nicht so aussieht, sind dem Narzissten im Netz echte Regungen wie Freude und vor allem Humor nie geheuer. Lebt er doch in ständiger Angst, von der Community nicht genügend beachtet, von ihr verspottet oder gar mit einem Shitstorm eingedeckt zu werden. Er bleibt auch auf virtuelle Art empfindlich und kränkbar.

Ein scherzhafter oder negativer Kommentar kann schon mal das Entfernen von der Freundesliste oder ein Entfolgen nach sich ziehen – Stark im Posten, mimöschenhaft im Einstecken. Darin sind sich die User auf Facebook & Twitter gemeinhin -trotz gegenteiliger Behauptungen- sogar gleich.

Ich denke, der Siegeszug der Social Media hat nicht nur mit technischem Fortschritt a la Smartphone & Tablet zu tun, sondern auch damit, dass man sich dort mehr denn je selbst inszenieren kann. Wir exhibitionieren uns auf unserer Instagram-Pinnwand bis zum Umfallen und schauen uns selbst dabei zu.

Und überhaupt diese „Selfies“ auf Instagram & Co.; Diese Bilder von sich selbst – oder dem Selbst wie wir es gerne hätten. Wer posiert am affigsten, wer hat die attraktivste Katze, wer hat das niedlichste Hündchen, und wer verzehrt gleich das appetitlichste Steak Stroganoff?

Ego-Onanie eben.

Ich twittere, also bin ich

Ich twittere, also bin ich

Zappelnd statt zwitschernd, abhängig statt eingebunden? 

Sind wir doch mal ehrlich: Es geht doch bei vielen Accounts gar nicht primär um Kontaktpflege und Kommunikation. Was ist lustvoller, als sich und seine Verdienste und Reize ins rechte Licht zu rücken? Warum nicht sein eigener Minnesänger sein? Die zu erwartenden Faves, Likes, Replys und Kommentare sind berauschend wie eine Droge. Und heilsam für unser verletzliches Ego.

Entzug? Nicht vorstellbar, oder?

Dazu wird es auch gar nicht kommen, da wir ja, ganz nach den Spielregeln einer Sucht – wie ein Alkoholiker, der Bierflaschen im ganzen Haus versteckt –, mit Zweit- und Drittgerät, Viert- und Fünft-Account und einem Heer an Followern für Vorrat gesorgt haben.

Möglich, dass der Euro wegen den Griechen :-) vor die Hunde geht – die virtuelle Narzisstenwährung wird es nie: Faves & Likes sind inflationssicher, davon kann man doch nie genug kriegen.

Ich twittere, also bin ich.

Forscher der Universität Michigan haben sogar herausgefunden, welcher Typus von Narzisst welches Medium wählt: Nachwuchs- und Möchtegern-Narzissten bevorzugen Twitter, weil sie hier ihre klugen Gedanken und genialen Überlegungen auf 140 Zeichen hinausposaunen können. Twitter als Megafon, das nur einen Ton spielt: ich. Wenig überraschend, dass viele Schauspieler – nicht selten süchtig nach Aufmerksamkeit – so gern twittern. Und Forscher der US-Universität Harvard wollen herausgefunden haben; Etwas von sich selbst in sozialen Netzwerken preiszugeben, kann genauso viel Befriedigung auslösen wie Sex oder gutes Essen. Warum dann noch Sex haben, werter Twitterer?

Trost spendet uns die Wissenschaft aber auch; “Ein gesunder Narzissmus gehört zum gesunden Menschen dazu”, sagt der Präsident der Psychotherapeutenkammer Bayern, Nikolaus Melcop, in einem Artikel auf Welt.de  zum Thema. Durchatmen also.

Ich bin sooo Sternengleich

Ich bin sooo Sternengleich

Ich bin jetzt seit einiger Zeit auf Teilentzug; Meinen Facebook-Account habe ich eingefroren. Nein, nicht deaktiviert; man weiss ja nie, aber immerhin ich nutze ihn nicht mehr.

Warum?

Ich denke: Alleine die Dosierung macht den Unterschied zwischen Narzissmus & gesundem Selbstvertrauen, zwischen Sucht und Appetizer.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende,

Ihr Moltroff

 

Literaturempfehlungen:

Sensationssuchende Narzissten, Extraversion und Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken im Web 2.0  (von Julia Brailovskaia & Hans-Werner Bierhoff, Journal of Business and Media Psychology, Ausg. 02/2013)

Freundschaft im Internet - Die Narzissmus-Falle (Artikel auf CICERO.de)

Narzissmus – die Wiederkehr (Hans-Werner Bierhoff, Michael Jürgen Herner, Huber-Verlag)

Die Narzissmusfalle: Anleitung zur Menschen- und Selbstkenntnis von Reinhard Haller (Ecowin-Verlag)

Amerikanische Touris vergessen iPhone 6-Prototyp vor Günni’s Trinkhalle

Glücksmoment für mich, Albtraum für Apple: Amerikanische Touristen vergessen iPhone 6-Prototyp vor Günni’s Trinkhalle!

Es klingt alles wie ein Traum oder wie eine gut erfundene Sitecom-Folge: Gestern am frühen Abend waren ich mit einige Kollegen noch unterwegs im Duisburg-Meidericher Bermuda3eck.

Günni's Trinkhalle in Duisburg-Meiderich

Günni’s Trinkhalle in Duisburg-Meiderich

Bei der Afterwork-Wurst und einigen KöPi’s vor Günni’s Trinkhalle passierte dann etwas, was sich für iPhone-Fetischisten wie mich wie ein Sechser im Lotto anfühlt: Wir warteten auf Currywurst-Pommes-rotweissgrün und auf ein freies Stehtischchen, wobei uns die Gruppe laut lachender Amerikaner schon negativ auffiel. Touristen halt! Die kleine Truppe (ein Glatzkopf, ein hagerer, graumelierter Mann mit Brille und ein so ein College-Ever-Typ) räumte Gottseidank das Feld und zog weiter Richtung Innenstadt.

Die Amis in der Nähe von Günni's Trinkhalle fotografiert

Die Amis in der Nähe von Günni’s Trinkhalle fotografiert

Sie räumten ihren Tisch nicht ab – was ein Glücksfall war: Denn unter den ganzen Schälchen fand ich – auf der Suche nach Kippen – ein iPhone! Und zwar nicht irgendein iPhone…. laut Beschriftung ein Prototyp – ich hatte das iPhone 6 gefunden! Irrtum quasi ausgeschlossen. Leider ist das zurückgelassene Gerät noch im halbfertigen Zustand. Apple arbeitet also noch daran! Hier mal ein Foto:

 

Das dürfte der Prototyp des iPhone 6 sein

Das dürfte der Prototyp des iPhone 6 sein

Man sieht, das Gerät ist noch nicht fertig. Dennoch: Die Gerüchte, es gäbe diesen Sommer ein iPhone-Update, könnten sich also bewahrheiten. (Kein Wunder, wenn die Chefriege bereits in Duisburg ist und König Pilsener schluppert) Dass es sich bei dem gefunden Gerät tatsächlich um einen Prototyp vom iPhone 6 handelt, ist für mich klar: Auf der Rückseite ist ein kleiner Aufkleber: “No. 6 Live, iPhone-Proto 2014, Property of Tim”.

Hier die Specs, die ich herausgefunden habe:

Abmessungen und Gewicht:

  • Höhe: 325,2 mm
  • Breite: 99,6 mm
  • Tiefe: 6,3 mm
  • Gewicht: 117 g

Hightlights:

  • 62,3 GB Flash-Gordon-Laufwerk
  • Apple A 8 Quattroporte-Prozessor
  • Größeres Display mit 6,3 Zoll
  • schwenkbare 4D-Kamera und 4D-Display
  • Videoaufnahme, Full HD, Spiegelteleskop
  • Frontkamera, Seitenkamera und Rückkamera
  • variabler Bohrkopf für Tiefseeeinsatz
  • Android-Clone-iOS
  • Erhöhte Akkulaufzeit – plus 1000% zum iPhone 5S mit iOS 7
  • Ausfahrbares Keyboard
  • ADHS/UMTS/HSDPA/ALDI/LTE
  • integrierter vierwöchentlicher Entsorgungsrhythmus
  • Bluetooth 9.17 + EDR GPS
  • Warp Antrieb & Dronenabwehrschild
  • Sayajin-Mode frei farbprogrammierbar
  • Analoger Kompass
  • Gyroscope / 7-Achsen-Gyrosensor
  • Wasserdicht bis 104 m
  • Außerdem: NFC-Chip, Super 8-Slot, Kartenleser, feste verbaute SIMkarte, kein Home-Button
  • Expansionsmodul mit Notfallwundheilungssystem, Offshore-Windpark und Katzenklo-Schaufel


iPhone 5 Vorseriengerät ab heute bei eBay

Da ich derzeit noch vertraglich gebunden bin, werde ich den Prototyp heute Nachmittag, 1. April, 16:12 Uhr auf eBay stellen. Der Erlös der Auktion geht vollständig an einen guten Zweck. Ich dachte an ein neues Smartphone.

In diesem Sinne, Ihr Moltroff

Kurzmitteilung

Fliegt mit mir

Fliegt mit mir;
Vorbei an schlechten Tagen,
vorbei an unnötigen Fragen,
vorbei an an Hass und Seelengram,
zur Freiheit.

Tworks on Twitter

Wer in den Weiten des sozialen Netzes unterwegs bist, begegnet ihnen nahezu täglich. Sie lauern -schlechten Atem aushauchend- hinter noch so niedlichen Avataren wie Homer Simpson, Luis Trenker oder grünen Gummibären (exemplarisch).

Tworks sind absolut unzivilisierte, ungebildete, rohes Fleisch und Mettigel verschlingende Unholde, die ihr unsoziales Unwesen geschickt in massenkombatiblen Netzwerken wie Twitter treiben.
Selbst wenn Sie nicht von irgendjemandem aufgewiegelt wurden, sollte man – auch in der fröhlichen Chat-Gruppe – Tworks möglichst aus dem Wege gehen, da sie alles, aber auch alles was in der Timeline nur irgendwie wertvoll aussieht, mit roher Gewalt an sich zu bringen versuchen. Da wird weder vor Sternen noch vor Tweets halt gemacht; Es wird geklaut was die Hirnwindungen nicht hergeben. Aus nicht näher bekannten Gründen bekommt man Tworks-Frauen übrigens nie zu Gesicht, was auch zur völligen Unbekanntheit ihren RL-Namen führt.

Neuerdings wird vermehrt von Tworkschamanen berichtet, die durch allerlei dunkle und verachtenswerte Rituale (Szene-Slang “Retweeten”) versuchen, sich die Mächte der Magie zu eigen zu machen. Dies könnte zu einer Gefahr werden, sollte ihnen die kontrollierte Nutzung der hohen Magie gelingen. Von Gelehrten wird befürchtet, daß Grem-Elite, der oberste Twork-Lord, genau dies vorantreibt.

Grem-Elite , der oberste Twork-Lord

In ihrem Drang die Vorherrschaft auf den Schlachtfeldern des Internet-Universums zu erringen, gehen die meisten Lebensformen dazu über, künstliche und künstlich angereicherte Lebensformen in den Kampf zu schicken. So auch die Tworks. Sie halten sich winzige Cyberfollows, also kybernetische, absolut hörige Organismen sowie intelligente Killerbot-Drohnen zum Zwecke der martialischen Interaktion. Verschiedene Arten von Laserfavern und plasmagestützten Retweet-Systemen wurden integriert. Auch die Anzahl der Sternenjäger-Modelle ist unzählbar geworden – nicht zuletzt durch sich selbstmodifizierende autarke Favstar-Kampfeinheiten.


Seien Sie also wachsam und auf der Hut; Tworks wollen ihnen niemals gut.

In diesem Sinne möge die Macht mit Ihnen sein,

Ihr Moltroff

Moltroff’s Band ‘Mol Mega’ kämpft gegen Musik-Plagiator

Deutscher Soulstar als dreister Plagiator entlarvt!

Man kennt dieses bösartige Gebahren ja aus der Twitterszene; dort werden Ideen geklaut und ganze Accounts plagiert (wie z.B. der seinerzeit so beliebtpöbelnde @Griesgraemer-Account, der mittlerweile von einer großen nigerianischen Wettmafia-Agentur geführt wird).

Aber das nachstehende Beispiel aus der Musikwelt ist an Schamlosigkeit und geradezu krimineller Energie dann doch nicht mehr zu überbieten. Hier eine kurze Chronologie der Geschichte:

Moltroff_68_Captain Mega
Unter dem Pseudonym Flo Mega (* 1979 in Bremen; Geburtsname Flofred Borkum) kennt man den deutschen Soul-Sänger aus Bremen-Obervieland; Sein Künstlername, der sich aus dem Beginn seines Vornamens „Flo“(fred) und dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets Ω = „Omegafettsäure“ zusammensetzt, stammt aus seiner Zeit als Pipi-Hop-Künstler als sich seine erste Band aus dem Schulorchester des Klaus-Allofs-Gedächtnis-Gymnasiums in Bremen ausgründete.

Seine Freunde im Manta-Fahrer-Club Bremerhaven-Schiffdorferdamm nennen ihn auch liebevoll „Flocke” oder “Flokati”, nach dem kleinen norddeutschen Marsch-Schaf, das er mal im Beckssuff…aber lassen wir das.

Mit Pipi-Hop begann Flo Megas musikalische Laufbahn in seiner Heimatstadt Bremen. Zusammen mit lokalen Größen wie “Fish, Ich Hätt ‘Ne Angel” oder “The Becks Beer Packers” nahm er Platten auf. Seine Musik kann als deutschsprachiger Soulversuch im Stil der 1970er Jahre bezeichnet werden, de facto also als Verhohnepipelung des wahren Souls a la James Brown & Co. Seit 2007 arbeitet Flo Mega mit der Berliner Sozialfunk-Band Hartzer4 zusammen.

Diese ranzige Becksbiertrinker kopiert also auf der Bühne pisswarm und hemmungslos Lieder und Sound unserer seit 1837 bestehenden Underground-Band “Mol Mega” !! Mag auch das Zuhören sicher nur für Leute, die ihre Eintrittskarte verloren hatten und somit nicht in die Hallen kamen, eine Wonne sein. Dennoch; Es findet sicher immer eine Supermarkteröffnung, ein Feuerwehrfest oder ein Autohausjubiläum, dass er sich nicht entgehen lässt.

Die von mir zusammen mit Regenwurmrüde Hannes Brahms und Professor Walter Ego Eigat Se Soul gegründete Band “Mol Mega” (Bewusst haben wir seinerzeit das “e” am Mole geschwärzt um deutlich zu machen, dass hier keine “Norddeich-Mole”-Provinzradio-Band werkelt, sondern funky Stars) hat sich in den letzten Jahren in der Underground- und Darksoulszene einen hervorragenden Ruf erspielt: Auftritte bei den City of Soul Nights 1968 im koreanischen Seoul (gemeinsam mit den Fischer-Chören und dem St.Anna Soul-Quartett Illinois) und beim “Satanistischen Musikantenstadl”, 2012 (u.a. mit der volkstümlichen Death Soul Band “Valium Silvernailers”) gelten heute bereits als Sternstunden der Musikgeschichte. Unvergessen auch unser -von Dieterich Bohlen gecovertes- “You’re my heart, You’re my Soul”  (Platz 197, Soul-Billboards März 2009).

Um seine Bedeutungslosigkeit in der Gegenwart zu übertünchen und zu verhindern, dass “Flocke” Mega als schlechtester Soul-Musiker aller Zeiten entlarvt wird, kopierte er aktuell auch ganz dreist unser neu erschienenes Studioalbum “Mann über Bord” (vgl. Coverbilder).

Cover-Plagiat von Flo Mega

Ich frage Sie: Wo hat sich in der Geschichte des Soul & Mole jemals ein Künstler derart schamlos beim anderen bedient?

Wir haben mittlerweile Anzeige bei Aktenzeichen XY erstattet. Parallel dazu hat unser Agent unter dem Codenamen Michael Wendler Kontakt zu “Flo Mega” aufgenommen um ihnen anzubieten bei einem unserer nächsten Gigs als Vorgruppe anzutreten. Ohne Gage, gemeinsam mit den Föhnfrisuren von Fetter, Tauchsido und King Orgasmus One, mit Pandamaske und auf kleinwüchsigen Schafen reitend.

Ihr Moltroff.

Postwurfsendung zur #Analogbotschaft

Die Idee meines werten Mit-Twitter Christian war so simpel wie genial; Geben wir doch einigen tollen Tweets, die vergessen, begraben, versunken, nahezu verschwunden in den Weiten des sozialen Netzes dahinvegetieren eine Plattform ganz anderer Art; Zurück ins richtige Leben, analog eben.

Der Transfer mitsamt dem Namen #Analogbotschaft war schnell gefunden: Gibt es etwas Analogeres als eine Postkarte?

Jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit dem Argument, auch Postkarten würden heute im Digitaldruck hergestellt. Nochmal: Gibt es etwas Analogeres als das Schreiben und Versenden einer Postkarte? Wie das geht erkläre ich Ihnen flott: Man nimmt einen Kugelschreiber und beschreibt die Postkarte liebevoll mit der eigenen Sauklaue, Briefmarke darauf und die Karte in einen Briefkasten (gibt es tatsächlich) werfen. Fertig.

Einfach, oder?

Danach macht sich das Stückchen Fotokarton quasi von selbst auf die lange Reise zum Ziel. Und dabei tut eine Postkarte genau das, was wir selbst heutzutage viel zu selten tun! Sie lässt sich Zeit, reist entschleunigt. Und kommt an. Im doppelten Sinne.

Ich finde das toll; E-Mails sind binnen Sekunden um den Globus geflitzt, SMS, iMessage & WhatsApp-Nachricht sind noch nicht getippt, schon beim Empfänger; Ach könnte man Sie gelegentlich doch vor dem Wurf in den digitalen Briefkasten zurücknehmen…

Lassen Sie uns also wieder einmal Postkarten schicken! Am besten natürlich meine und die meiner Mitautoren auf Analogbotschaft. Und wenn Sie eine Postkarte erhalten, machen Sie damit das, was ich mit den Postkarten mache, mit denen mir jemand eine Freude bereitet: Lesen Sie sie langsam, genüsslich und analog, so wie sie auch geschrieben werden. Und dann packen Sie die analogen ganz retro an eine Pinnwand. Sie werden sehen, das Leben wird bunter.

Apropos bunter: Alle Erlöse vom Verkauf meiner Postkarten gehen komplett an den Verein Westerwälder Clown-Doktoren, der auch viel Farbe in den Klinikalltag kleiner Patienten bringt.

Also auf geht’s; Meine ersten Postkarten finden Sie hier .

032001

In diesem Sinne,

Ihr Moltroff

Ich bin käuflich und das ist gut so

Der Moltroff:

Ein schönes Statement von @Quadratmeter zu unserem Analogbotschaft-Projekt.

Ursprünglich veröffentlicht auf Quadratmeter:

Auch wenn es in diesem Text gleich ein bisschen um Twitter gehen wird, freue ich mich, wenn auch Leser ohne jegliche Twitter-Affinität nicht gleich schreiend weglaufen. Denn irgendwie geht es zwar um Twitter, aber eigentlich geht es mir um etwas vollkommen anderes.

(Nach diesem nicht besonders geschmeidigen Intro kann es jetzt nur besser werden. Seien Sie also bitte etwas tapfer!)

Anfang Januar hatte Christian die sehr schöne Idee, ausgesuchte Tweets und Zeichnungen auf Postkarten in die analoge Welt zu transportieren. Wer mein Blog kennt, erinnert sich vielleicht noch an meine Aktion “Rettet die Handschrift” aus dem Jahre 2011. Ich habe also ohnehin eine gewisse Affinität zu analoger Kommunikation, und mir gefiel diese Idee insgesamt so gut, dass ich spontan zusagte. Ich freue mich sehr, bei diesem feinen Projekt dabei zu sein.

Heute war es nun soweit: die Seite www.analogbotschaft.de ist online gegangen und bietet ab sofort allen Interessierten…

Original ansehen noch 277 Wörter

Analogbotschaft

Der Moltroff:

Mein eigener Blogpost zum Thema “Analogbotschaft” (ja ich mache auch dort mit) muss urlaubsbedingt noch etwas ausharren. Derweil schon einmal die Gedanken von Eimerchen.

Ursprünglich veröffentlicht auf eimerchen's spillage:

Wie die meisten meiner Leser wissen, bin ich ein Freund des Handschriftlichen. Es gab hier in der Vergangenheit auch schon den einen oder anderen Eintrag, der sich darauf bezog und den jeweiligen Reaktionen nach zu urteilen, geht es durchaus auch anderen so, mindestens wenn es um den Erhalt solcher Schriftstücke geht.

Es mag heutzutage vielleicht etwas altmodisch anmuten, aber ich schreibe gerne Briefe oder Karten, die mit der ganz normalen Post verschickt werden. Ganz analog, ganz offline. Es ist ein langsamerer Prozess.

Eine Email ist schnell getippt und auch korrigiert, ebenso wie SMS, private Nachrichten auf verschiedenen Social Media Plattformen oder sonstige ‘moderne’ schriftliche Kommunikation. Ein Brief dauert länger. Eine Karte, auch wenn sie mich im Platz limitiert, meist noch länger. Denn ich möchte nicht am Ende der Karte ankommen und noch drei Sätze und die Grüße ungeschrieben im Füller stecken haben. Also überlege ich mir vorher, was genau ich…

Original ansehen noch 282 Wörter

Breaking Bad – Ich bin angefixt

Schon seit einiger Zeit verfolge ich mit Interesse, dass es nach “24″ und “Homeland” wieder einmal eine Serie aus dem trashverwöhnten Amerika geschafft hat, etliche internationale Preise zu kassieren, in Deutschland aber lediglich im Pay-TV-Sender AXN und später dann auf ARTE zu gottverlassenen Nachtzeiten präsentiert zu werden. Was steckt also hinter dieser preisgekrönten, mittlerweile 5-staffligen Serie?

BB

“Eine der besten amerikanischen Fernseh-Epen” (‘Die Zeit’ 2.10.2013)

Nachdem die Serie sowie Hauptdarsteller Bryan Cranston 2014 erneut jeweils einen Golden Globe erhalten haben, war der Zeitpunkt gekommen mir die ersten beiden Staffeln von Breaking Bad zu besorgen. Gestern habe ich dann einen ersten Abend mit 3 Episoden verbracht. Wie auf Twitter versprochen hier nun mein kurzes Feedback.

Die Handlung in maximaler Kürze:

Walter White, ein bieder-kleinbürgerlicher Chemielehrer, erfährt bei einem Routine-Arztbesuch, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Statt sich seinem tragischen Schicksal zu fügen, bricht er mit allen Konventionen und gerät auf die schiefe Bahn – vom braven Durchschnittsbürger mutiert Walter zum trickreichen “Drogenkönig”.

breaking-bad

“Phänomenal” (FAZ, 9.10.2010)

Mein erster Eindruck:

Schon die ersten Minuten sind originell-verstörend: Da sitzt ein Mann, nur in Unterhose (Marke Feinripp) und mit ABC-Schutzmaske am Steuer eines Wohnmobils und fährt wie der Teufel persönlich durch die Wüste New Mexikos… Im Laufe der ersten Episode wird dann mittels Vor- und Rückblenden deutlich, was sich in den letzten drei Wochen vor diesem Höllenritt zugetragen hat.

Recht schnell setzt sich bei mir das Gefühl durch; Eigentlich ist die Serie eine Zumutung. Das fängt schon damit an, dass sie ihre Zuschauer konsequent im Unklaren lässt, um welches Genre es sich überhaupt handelt: Spannung ab der ersten Minute mischt sich mit einem wirklich schwarzen, teilweise ätzend bösen Humor, den ich aus US-Serien so nicht gewohnt bin. Habe ich mich gerade in dem wohligen Gefühl eingekuschelt, eine schwarze Komödie zu schauen, reißt sie mir mit schockierend ernsten Wendungen und einer grausamen Gnadenlosigkeit (Säurebad für eine Leiche) gegenüber ihren Figuren den Boden unter den Füßen weg. Andererseits lässt sie gerade in die düstersten Momente des Dramas gern Knalleffekte von unfassbarer Komik platzen.

„Breaking Bad“ lockt sehr wirkungsvoll mit dem Reiz des Verbrechens, entpuppt sich für mich aber bereits in den ersten 3 Episoden als eine zutiefst moralische Serie, welche die Charaktere mit ihren Selbsttäuschungen, unter bestimmten Bedingungen das Falsche tun zu dürfen, nicht davonkommen lässt; Nur mal ein bisschen Drogen “kochen”, in einer persönlichen Notsituation (Krebsdiagnose) und mit besten Absichten (Versorgung von Frau und behindertem Sohn), ist keine Option.

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“Wenn wir tun, was wir aus guten Gründen tun, dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Und es gibt keinen besseren Grund… als die Familie.” (Zitat von Walter White)

Ich jedenfalls bin gespannt und fiebere den nächsten Folgen entgegen.

Um im Jargon zu bleiben: Wer von ihnen jetzt von mir “angefixt” wurde, dem empfehle ich u.a. nachstehende Seite, die auch Tipps enthält, wo und wie Breaking Bad in Deutschland verfügbar ist.

In diesem Sinne,

Ihr Moltroff

Hannes Brahms auf Abwegen. Ein Gedicht

Hannes Brahms_Regenwurm2Hannes Brahms, der Regenwurm

sitzt zitternd auf einem Aussichtsturm

in Schnee und Sturm, ganz klar am falschen Ort.

Hannes genießt auch nicht die Ausicht dort.

Wär viel lieber eiligst dort,

wo er als Boden Erde hat, nicht nur Stein, so kalt und glatt.

Dazu ein, zwei lecker Promille-Destillat

man wäre schnellstens wieder ganz parat.

Das wurmt Hannes den Wurm,

er türmt vom Turm und stürmt im Sturm hinunter und hinaus

- beinah wär’s mit ihm da aus,

denn vor im liegt nichts als ein See, bedeckt mit Eis und Schnee.

Das Los des Wurms am Fuß des Turms

zur Zeit des Sturms ist unermesslich schwer.

Jedoch – wie kam Hannes eigentlich her?

Vielleicht hat er trotz allem Glück und kommt so auch zurück?

Er kam sturztrunken im Schnabel einer Meise,

die hatte ihn gepickt als Speise und ließ ihn fallen, so ne Schei…,

leicht alkoholisiert beim Heimflug durch den Sturm.

Drum saß der Hannes als Wurm auf diesem Turm.

Jetzt wartet er, welch traurig Mär,

immer noch in Schnee und Sturm auf dem selben kalten Turm

für den zweiten Teil der Reise auf die nächste Meise.

Sehr.

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